Bewegung - in bester Absicht und doch zu viel?

Aktivitäten wie Radfahren, Joggen, Wandern, Spiele

Bewegung - in bester Absicht und doch zu viel?

Beitragvon ARU » Do 13. Okt 2016, 10:56

Von Tierarzt Ralph Rückert -

Für so manchen Hundehalter ist es ein feststehender Glaubenssatz, dass man Hunde richtig auslasten müsse, ihnen sozusagen Action ohne Ende bieten sollte. Agility, ¬Obedience, Dog-Dancing, Man-¬Trailing, Longieren – der Angebote gibt es viele und sie werden auch zunehmend wahrgenommen.
Doch ist das alles wirklich so gut für den Hund? Tierarzt Ralph Rückert geht dieser Frage nach.
Von Kindesbeinen an ist der Hund eingebunden: Welpengarten, Junghundetraining, Fortgeschrittenenkurs. Der moderne und verantwortungsbewusste Hunde¬halter ist bestens informiert, hat eine ganze Bibliothek an Fachliteratur und ist in diversen Internetforen aktiv. Kurz: Man – und da nehme ich mich nicht aus – will das Beste für seinen Hund! Schließlich gilt der Satz: Für uns sind es nur ein paar Jahre, für ihn sein ganzes Leben. Aber: Schießen wir eventuell über das Ziel hinaus? Kann man auch zu viel machen?
Bespaßung ist Programm?
Auch wir Tierärzte empfehlen seit Jahren, möglichst viel Mühe und Zeit in den Hund zu investieren. Wir waren maßgeblich daran beteiligt, das -Welpengarten-Konzept im öffentlichen Bewusstsein zu etablieren. Auch wir haben brav anerkannten und selbsternannten Verhaltensspezialisten nachgeplappert, dass es ganz sicher ein übles Ende ¬nehmen ¬würde, wenn beispielsweise ein Border ¬Collie nicht von morgens bis abends voll ausgelastet und gefordert wird. Sogenannte Hundeflüsterer wie Cesar -Millan fordern stundenlange Spaziergänge (oder sollte ich sagen: Märsche?) in flottem Tempo mit dem angeleinten Hund. Eine ganze Indus¬trie beschäftigt sich inzwischen mit der Erziehung, der artgerechten Beschäftigung und Bespaßung unserer Hunde.
Im Gegenzug, sozusagen als Rendite aus unserer Investition, erwarten wir von unserem Hund nichts weniger als Perfektion. Fröhlich, verspielt, gar ausgelassen soll er sein, aber bitte nur wann und wo es uns und der Gesellschaft recht ist und in den Kram passt. Selbstbewusst und selbständig soll er sein, gleichzeitig aber sklavisch jeden noch so kleinen unserer Befehle befolgen. Perfekt sozialisiert hat er nach unseren ganzen Bemühungen zu sein, der ideale Pazifist, denn wenn er auch nur einmal einen Artgenossen anknurrt, geschweige denn ihn gar beißt, wird er flugs zum sozio¬pathischen Problemhund erklärt, der nur durch umfangreiche Therapiemaßnahmen auf den Pfad der Tugend zurück gebracht werden kann.
Gehen wir eventuell zu weit? Verlangen wir zu viel? Kann es sein, dass wir mit den besten Absichten an den echten Bedürfnissen unserer Hunde vorbei handeln? Es ist nämlich leider so, dass ich ganz subjektiv das Gefühl habe, in meiner Praxis in den letzten Jahren nicht weniger, sondern eher mehr Hunde mit psychischen Problemen zu sehen. Gerade Stress- und Angststörungen scheinen deutlich zuzunehmen, und das ausgerechnet bei den Hunden, wo auf den ersten Blick alles richtig gemacht worden ist.
Es mag also an der Zeit sein, unsere Vorstellungen von dem, was unser Hund will bzw. braucht, auf den Prüfstand zu stellen. Diesbezüglich als hilfreich könnte sich erweisen, dass die Kanidenforschung in den letzten Jahren ihren Blick vermehrt auf das Verhalten und die Sozialstrukturen von Straßenhunden gerichtet hat. Was ist dabei herausgefunden worden? Nun, in erster Linie, dass Hunde, die selbstbestimmt leben, über den Tag gesehen gar nicht besonders viel unternehmen und energieraubenden Anstrengungen eher abhold sind. Klar, bestimmte Dinge müssen sein, als da wären:
– Das Revier muss täglich abgeschritten werden, um die Kontrolle über Futterquellen zu behalten, Konkurrenten zu identifizieren und eventuelle Gelegenheiten zur Weitergabe der eigenen Gene rechtzeitig wahrzunehmen. Dieser Reviergang findet aber keineswegs im Laufschritt statt, sondern eher gemächlich, mit sehr viel Nasenarbeit, sprich -Schnüffeln.
– Die Nahrungsversorgung muss sichergestellt werden. Es wird also einiges an Zeit für den Nahrungserwerb und die Zerkleinerung und Aufnahme der Nahrung aufgewendet.
– Bei ausreichendem Nahrungsangebot wird auch mal kurz gespielt, je jünger die Tiere, desto eher.
– Soziale Interaktionen mit anderen Hunden sind gar nicht so häufig wie man denken würde. Andere Hunde können als Konkurrenten (häufig), potenzielle Sexualpartner (schon seltener) oder als Kumpel/Freunde/Spielgefährten wahrgenommen werden. Es werden keine permanenten Rudelstrukturen gebildet!
– Der Rest der Zeit wird mit Ruhen und Schlafen verbracht. Wobei Rest der falsche Ausdruck ist, denn mit bis zu 18 Stunden (!) handelt es sich dabei eigentlich um den Löwenanteil des Tages.
Was also können wir für den Alltag mit unseren Hunden für Schlüsse ziehen?
– Viel Ruhe! Viel mehr Ruhe, als wir Menschen uns je gönnen würden. Und auch wirklich Ruhe in dem Sinne, dass der Hund Gelegenheit hat, sich an einen geeigneten Platz zurückzuziehen.
– Spaziergänge (in den Augen des Hundes: Revierkontrollgänge) sollten weniger nach zurückgelegter Strecke als nach Gründlichkeit bemessen werden. Der Hund sollte Gelegenheit bekommen, sein Revier ausgiebig mit der Nase zu erkunden. Also besser nicht immer ¬strammen Schrittes weiter, sondern sich mehr nach dem Hund richten, ganz besonders, wenn er angeleint ist. Nasenarbeit ist Kopfarbeit und sehr beanspruchend für den Hund.
– Ein Hund muss keineswegs mit allen anderen Hunden zurechtkommen, ohne dass es mal ruppig wird. ¬Andere Hunde sind in seinen Augen in erster Linie Konkurrenten. Hat man ein Exemplar, das dieses Thema ernster nimmt als andere, so ¬sollte man sich nicht einreden lassen, dass es falsch wäre, den Kontakt zu anderen Hunden je nach eigenem Bauchgefühl auch mal nicht zuzulassen oder zu unterbinden. Der weit verbreitete Glaube, die Hunde würden das schon unter sich regeln, hat schon oft zu Tränen, Tierarztbesuchen und Gerichtsstreitigkeiten geführt. Wenn sie (die Hunde) es nämlich tatsächlich arttypisch, also mit den Zähnen, selber regeln, wird das blutige Ergebnis meist gerade von denen, die vorher so locker drauf waren, ganz und gar nicht akzeptiert.
– Überbeschäftigen Sie Ihren Hund nicht! Agility, Mantrailing, Rettungs-hundearbeit, Flyball, Coursing, Frisbee usw. – das ist alles gut und recht, aber nur solange es nicht eher der Befriedigung des eigenen Ehrgeizes dient als dem Hund. Die Hunde an sich brauchen nicht so viel Action wie wir glauben oder auch glauben gemacht werden. Nehmen wir als Beispiel den berühmten ¬Border Collie, der ja angeblich mehrere Stunden am Tag beschäftigt werden muss, damit er keinen gefährlichen Koller bekommt. Das soll daran liegen, dass er in seiner Heimatregion als hochspezialisierter Hütehund eingesetzt wird und den ganzen Tag vom Schäfer über eine Vielzahl von Pfeifsignalen entsprechend dirigiert wird. Es stimmt schon: Das ist geistige und körperliche Schwerstarbeit. Aber müssen wir das auch nur annähernd kopieren, um diesen Hund zufriedenzustellen? Was macht denn eigentlich ein Border Collie im Winter, wenn die Schafe unter Dach und Fach sind und nicht gehütet werden müssen? Na ja, als typischer Saisonarbeiter ist er in dieser Zeit arbeitslos. Da macht er es im Idealfall wie ein italienischer Straßenhund: Um die Häuser ziehen, was zu knabbern suchen, nach den Mädels oder Jungs sehen und ansonsten rumliegen oder schlafen. Bekommt er deswegen einen Koller? Nö! Einen Koller bekommt er mit viel höherer Wahrscheinlichkeit, wenn er mit bestimmten Tätigkeiten angefixt bzw. angeheizt wird. Dann hat er (wie auch beispielsweise viele Terrier) ganz klar das Zeug zum hyperaktiven Action-Junkie, der gar keine Ruhe mehr findet und schließlich mit psychischen Problemen zu kämpfen hat.
– Übererziehen Sie Ihren Hund nicht! Es sind doch eigentlich ein paar ganz wenige Signale, Befehle, Kommandos, Anweisungen (suchen Sie sich aus, welcher Begriff Ihnen am besten gefällt), die der Hund unbedingt drauf haben sollte, damit er sicher und gesellschaftsfähig geführt werden kann. Wenn Sie ihn zwischen¬durch auch mal ableinen wollen, muss er auf Signal oder Zuruf zuverlässig zu Ihnen zurückkommen. Angeleint oder nicht sollte er in der Lage sein, sich nah bei Ihnen von Punkt A nach Punkt B zu bewegen. Er sollte sich auf Ihre Anweisung hinsetzen oder hinlegen und an dem gewählten Platz auch mal für eine gewisse Zeit bleiben können. Das war‘s eigentlich schon. Natürlich spricht gar nichts dagegen, dem Hund zum Vergnügen im Lauf der Zeit noch einiges mehr bei¬zu¬bringen, aber machen Sie keinen Stress draus.
Damit wir uns richtig verstehen: Dies soll kein Plädoyer dafür sein, beiden Seiten, also Hund und Halter, ¬Freude bereitende Aktivitäten wie Spiel, Sport, Wandern, Schwimmen oder was auch immer einzustellen. Wir sollten meiner Meinung nach nur immer wieder darüber nachdenken, ob wir eventuell unseren eigenen überhektischen Lebensstil und uns von anderen eingeredete und reichlich überzogene Erwartungshaltungen auf den Hund übertragen und ihn damit rettungslos überfordern. Deshalb: Locker bleiben und bloß keinen Stress!
Zuletzt geändert von ARU am So 23. Okt 2016, 10:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewegung - in betser Absicht und doch zu viel

Beitragvon Xeno » Fr 14. Okt 2016, 11:28

Danke ARU!
Das sollte jeder - nicht nur lesen und darüber nachdenken -, sondern auch befolgen! :thumright:
Zumindest auch in Betracht ziehen! :goodposting:
Für die ganze Welt bist du nur eine Person, für deinen Hund aber, bist du, die ganze Welt.

Liebe Grüße
Xeno-Karl&Chico
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Re: Bewegung - in bester Absicht und doch zu viel?

Beitragvon nerona » Fr 6. Jan 2017, 17:24

Ja, ich bekenne mich schuldig.
Ich bin mit Nerona wohl zu oft zu weit (12-15km) gelaufen. Ich merke es jetzt, sie ist nun 9 1/2 Jahre alt, aber weite Spaziergänge sind wohl nicht mehr drin. Sie hat bei längeren Strecken Gelenkprobleme, so das ich sie des öfteren ein Stück tragen muß weil sie nicht mehr kann. Und das ist mit 14 Kilo anstrengend.
Ich meinte ihr und ihrem Schnüffeltrieb einen Gefallen zu tun, aber es war wohl zu oft und zu viel. Sie war jedoch jedesmal happy, nur die nächsten zwei Tage war sie echt kaputt.
Wir müssen ihr oft Schmerzmittel von TA geben. Wir haben jetzt auch Grünlippmuschel-Pulver gekauft, es unterstützt die Gelenke gegen Verschleiss.
Grüße von
Nerona + Horst


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Re: Bewegung - in bester Absicht und doch zu viel?

Beitragvon Xeno » Sa 7. Jan 2017, 12:44

Trotzdem, vielen Dank für dein Posting, Horst! :thumright:

Ich bin überzeugt, wer das liest und sich daran hält, wird seinem Hund und sich auch selbst viel Leid und Sorgen ersparen!
Bin mir sicher, falls du diesen Artikel früher gelesen hättest, wäre es wahrscheinlich nicht so gekommen!
Man macht halt so vieles für unsere Wauzis um ihnen Freude zu machen, leider kommt man dann später darauf, dass weniger - gesundheitlich gesehen - mehr gewesen wäre!

Ist mir selbst auch schon mal passiert:
Einen meiner ersten Welpen, es war ein schwerer polnischer Hirtenhund,
trainierte ich mit einer sogenannten "Reizangel",kennst du bestimmt!
Ich ließ ihm den Hügel runter und rauf laufen, im Zick-Zack durch enge Kreise, mit schnellen Richtungswechsel usw. :(
Das Ende vom Lied: Er begann eines Tages zu humpeln! Natürlich zum sofort TA!
Lange Rede kurzer Sinn: Er hatte einen Seitenband - Abriss im rechte Knie! :cry:
Laut TA war es die Folge von diesen "wilden" Bewegungen mit der Reizangel. Bei einem jungen Hund, besonders bei schweren, sind die Bänder, Sehnen, Knorpel, alles noch im Aufbau und sehr sensibel!Sie bedürfen nur "normale" Bewegungsabläufe! So auch nicht allzulange Spaziergänge usw.!
Ja heute bin ich klüger!
Mein "Benny"musste damals zweimal operiert werden, da die erste OP nicht gehalten hat! :shock:
Wir wünschen Dir und Nerona alles Gute und das sich ihr Zustand bald wieder bessert! :blume:
Für die ganze Welt bist du nur eine Person, für deinen Hund aber, bist du, die ganze Welt.

Liebe Grüße
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Artikel eines Tierarztes über Bewegung und Sport beim Hund

Beitragvon KeepsmilingHR » Mi 8. Mär 2017, 14:48

Hey,

den Artikel habe ich eben auf der Seite: Wuff.eu gelesen.
Finde ihn sehr interessant aus der Sicht eines Tierarztes.

http://www.wuff.eu/wp/bewegung-in-beste ... h-zu-viel/
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Re: Bewegung - in bester Absicht und doch zu viel?

Beitragvon nerona » Sa 18. Mär 2017, 11:29

Aktueller Stand zu Nerona.

Wir laufen jetzt nicht mehr so weit, aber noch gut zwei Stunden ohne Probleme. Nur wenn sie nach Mäusen buddelt schadet es ihrer Vorderpfote. Gestern wieder war es passiert, sie hatte nach Mäusen gebuddelt, es war weiche Erde, anschließend wollte sie unbedingt unsere Runde drehen (2 Std.), anfangs tat sie sich schwer, auch die Rute war unten (also Scherzen), aber sie wollte unbedingt weiter (Terrier Dickschädel), mit der Zeit ging es ihr dann besser und nach 2/3 der Runde war alles wieder OK. Habs mal schnell gegoogelt, sind 7,5 km die wir da laufen.
Grüße von
Nerona + Horst


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Re: Artikel eines Tierarztes über Bewegung und Sport beim Hu

Beitragvon nerona » Sa 18. Mär 2017, 11:45

KeepsmilingHR hat geschrieben:Hey,

den Artikel habe ich eben auf der Seite: Wuff.eu gelesen.
Finde ihn sehr interessant aus der Sicht eines Tierarztes.

http://www.wuff.eu/wp/bewegung-in-beste ... h-zu-viel/


Sehr guter Beitrag, für jeden "Sünder" etwas dabei.
Wie in dem Beitrag erwähnt, habe auch ich kürzlich ein Buch gelesen (Titel: Einfach beste Freunde, von Kurt Kotrschal in dem es u.a. auch um die Natur der Straßenhunde geht und wieder viel dazu gelernt, nachdem Nerona ja ein ehem. Straßenhund war. Und es ist ein interessanter Beitrag über das Spinnentier "Zecke" dabei.
Das Buch hatte ich mir wieder aus der Stadtbibliothek in Nürnberg ausgeliehen.

Grüße von
Nerona + Horst


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Re: Bewegung - in bester Absicht und doch zu viel?

Beitragvon rosinante » Di 4. Jul 2017, 09:59

toller Artikel, den ich sehr gern beachten werde. Ich bin genau der gleichen Meinung. Durch die vielen Hundeschulen machen sich viele Hundehalter von jungen Hunden verrückt. So ging es mir auch, nun ist meine Rosi 1,5 Jahre alt und ich bin ruhig geworden, wie sie auch etwas.
Ich habe nur 1 Problem, in unserem Gartenteich bellt sie wie verrückt und zittert, beißt Wasserpflanzen vor lauter Aufregung und Wut ab. Ich muß sie im Garten wieder an eine lange Leine nehmen, leider.
Hab schon vieles probiert, aber nichts klappt, wir müssen den Teich wohl zuschütten.

Warum das so ist, können wir nicht sagen, evtl. Jagdtrieb. Evtl. hat jemand hier einen Tipp.

Gruß
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Re: Bewegung - in bester Absicht und doch zu viel?

Beitragvon Morgenstern » Fr 15. Dez 2017, 12:57

Ich finde diese Thematik wirklich sehr interessant, da ich zwei vollkommen unterschiedliche Hundetypen Zuhause habe bei denen ich das beobachten kann.

Aber diese Aussage finde ich ganz besonders wichtig:
Die Hunde an sich brauchen nicht so viel Action wie wir glauben oder auch glauben gemacht werden.

Wir werden von der Umwelt (Hundeschulen, TA etc.) durchaus verrückt gemacht. "Sie MÜSSEN mit dem Hund das und das machen. Der Hund MUSS regelmäßig x Stunden beschäftigt werden..." Was es da nicht alles für Aussagen gibt.

Ich persönlich finde es wichtig dass man lernt, seinen Hund zu lesen. Ein Hund gibt einem schon zu verstehen ob er was machen möchte und wenn ja, wie viel. Den Stress den wir haben oder den wir uns machen, übertragen wir nur nur unnötig auf unseren Hund. Als ich Timon bekommen habe wurde mir das auch vermittelt und das obwohl schon Hundeerfahrung da war, aber ich habe es angenommen weil es halt ein Hund aus dem Tierheim war...also etwas anderes als ein Hund, den man von klein auf hat. Das war ein großer Fehler.

Ende vom Lied? Ich bin mit Timon so viel und oft gelaufen, dass er sich die Pfoten aufgelaufen hatte (weil er es schlicht und ergreifend nicht gewohnt war) und richtig unzufrieden war. Natürlich hatte er auch Schmerzen...und es war leidig die wunden Stellen wieder weg zu kriegen. Ich habe es dann gelassen und 'mein Ding' gemacht. Timon zeigte mir schon wann er raus wollte; wann er was machen wollte. Ich merkte, dass er gar nicht so viel brauchte, nein dass er es sogar bevorzugte einfach nur zu liegen und zu schlafen. Und was ist daran verkehrt? Gar nichts - solange der Hund damit zufrieden ist.
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